
| Traumberuf Fernsehmoderatorin |
| Fernsehmoderator ist für viele ein Traumberuf. FIGARINO-Reporterin Christine Färber hat die MDR-Moderatorin Anja Petzold bei ihrer Arbeit begleitet und herausgefunden, was es vor und nach einer Sendung zu tun gibt und wie man überhaupt ein Fernsehmoderator werden kann.
Vielleicht habt ihr Anja Petzold schon einmal gesehen. Die schöne Frau mit den langen, blonden Haaren steht abwechselnd für drei Fernsehsendungen vor der Kamera: Sie moderiert die MDR-Magazine "Sachsen-Anhalt heute", "MDR um Zwölf" und "Dabei ab zwei". Diese Sendungen bestehen aus vielen kurzen Filmen über verschiedene Themen. Als Moderatorin hat sie die Aufgabe, eine Überleitung zwischen den einzelnen Beiträgen zu schaffen. Dafür muss sie gut erzählen können. Anja Petzold überlegt sich daher bereits vor der Sendung, was sie sagen möchte, und schreibt sich alles auf. Anschließend geht sie zu ihrer Kostümbildnerin und wählt mit ihr die Sachen aus, die sie in der Sendung tragen wird. Das MDR-Fernsehen hat dafür einen Kostümfundus, einen großen Raum mit unzähligen Ständern voller Kleider, Hosen, Röcke und Blusen. Hier holt sich Anja ihr Kostüm ab. Gutes Aussehen aus dem Fundus Danach ist Schminken angesagt. Die Maske ist ein kleiner Raum mit vielen großen Spiegeln. Hier liegen unzählige Pinsel, Lippenstifte und Puderdöschen, auch Kämme, Bürsten, Lidschatten und Lockenwickler. Zwischen all den Schönheitsutensilien steht die Maskenbildnerin. Sie hat eine Stunde Zeit, um Anja für ihren Fernsehauftritt zu schminken. Im Fernsehstudio sind sehr helle Lampen aufgestellt. Durch die Kamera sieht es dann so aus, als ob die Haut fettig glänzt. Daher bekommt Anja Rouge aufgelegt. Eine ganze Stunde vor dem Beginn der Live-Sendung steht Anja geschminkt und umgekleidet im Fernsehstudio. Sie probt zusammen mit dem Regisseur, den Kameramännern, Beleuchtern und der Aufnahmeleiterin, wo sie wann und vor welcher Kamera stehen muss. Damit es nicht langweilig aussieht, wechseln die Moderatoren zwischen den Beiträgen nämlich immer wieder ihren Platz. Dann geht’s los. Jetzt ist eine halbe Stunde volle Konzentration angesagt. Die Texte hat Anja im Kopf und zur Sicherheit auch auf einem Teleprompter. Das ist ein Gerät, das an der Kamera angebracht ist und auf dem Anja noch einmal ihre gesamten Texte angezeigt bekommt (man nennt sie "Anmoderationen"). Dadurch sieht es immer so aus, als würde sie alles auswendig aufsagen, selbst wenn sie abliest. Vor der Sendung wird geprobt Gutes Aussehen alleine reicht nicht, um eine gute Moderatorin zu sein. Man muss vor allem gern mit Menschen sprechen, gute Texte schreiben und sie schnell auswendig lernen. Außerdem muss man sich täglich auf neue Themen einstellen und sehr gut und deutlich sprechen können. Anja Petzold hat dafür extra Sprecherunterricht genommen. Lernen kann man den Beruf nicht. Es gibt keine Ausbildung "Moderation". Anja Petzold hat zum Beispiel eine Lehre als Wirtschaftskauffrau gemacht und danach Betriebswirtschaft studiert. Nach einigen Jahren in ihrem Beruf hatte sie Lust, etwas Neues auszuprobieren. Sie hat sich auf eine Stelle als Redakteurin beworben und wurde genommen. In der Redaktion wurde sie dann entdeckt und zu einem Casting für die Sendung "MDR vor acht im Ersten" eingeladen. Seitdem arbeitet sie als Moderatorin in ihrem Traumberuf. |